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In der 36. Runde der Erste Bank Eishockey Liga stehen gleich mehrere Highlights auf dem Programm. Der zweitplatzierte EHC LIWEST Black Wings Linz empfängt den Tabellenführer UPC Vienna Capitals, es kommt sowohl zum Kärntner als auch Tiroler Derby und der erste Akt vom Winter Classic in Budapest geht über die Bühne. Am Fuße der Vajdahunyad Burg trifft Fehérvár AV19 unter freiem Himmel auf Meister EC Red Bull Salzburg.

161227 WinterClassic


Red Bulls brennen auf Freiluft-Revanche
Die Winter Classic-Generalprobe ist sowohl für Fehervar AV19 als auch den EC Red Bull Salzburg missglückt. Beide Mannschaften mussten am Montag Niederlagen hinnehmen, den Ungarn reichte auch ein schneller Treffer in Linz nicht. Nun wird Budapest zum zweiten Mal Schaupatz eines Freiluftspektakels in der Erste Bank Eishockey Liga. Das Spiel unter freiem Himmel ist für Spieler Erlebnis und Herausforderung zugleich, müssen sie sich doch schnell auf neue Umstände einstellen können. „Es wird sicher ein ganz eigenes Spiel, fühlt sich für beide Seiten wie eine Auswärtspartie an. Wir müssen aber einen Weg finden, um zu gewinnen, denn die Playoff-Plätze sind nicht weit weg. Salzburg wird aber auch aufgrund der letzten Niederlage hungrig sein“, glaubt Fehervar-Coach Benoit Laporte. Die Red Bulls mussten sich vor drei Jahren an gleicher Stelle bei ihrer Freiluft-Premiere in Budapest geschlagen geben. Aus dem aktuellen Salzburger Kader waren damals Luka Gracnar (wird morgen wieder im Tor stehen), Alexander Pallestrang, Matthias Trattnig, Manuel Latusa, Daniel Welser und Andreas Kristler mit von der Partie. „Wir konzentrieren uns voll auf das Spiel und weniger auf das Drumherum. Natürlich ist es etwas Besonderes und wir versuchen das auch kurz zu genießen. Aber am Ende geht es darum, drei Punkte zu machen,“ sagt Raphael Herburger. Für die Red Bulls heißt es aber in doppeltem Sinne warm anziehen, denn in Budapest nicht dabei sind Florian Baltram, Manuel Latusa und John Hughes (krank). Brett Olson fällt nach seiner gestrigen Sprunggelenksverletzung länger aus, eine genauere Diagnose steht aber noch aus. Und Mark Flood bestreitet mit Team Canada den Spengler Cup in Davos (die Kanadier unterlagen gestern zum Auftakt gegen Dynamo Minsk mit 4:7). Heute Mittag mit in den Bus gestiegen sind dafür die Red Bull Hockey Juniors Dario Winkler und Lukas Kainz.

VSV ist im Derby unter Zugzwang
Auch im vierten Saisonduell mit Bozen gab es für den EC VSV keine Punkte. Die Blau-Weißen liegen nun schon sieben Punkte hinter den Pick Round-Rängen und sind im bevorstehenden 317. Kärntner Derby unter Zugzwang. Erst vor eineinhalb Wochen standen sich die beiden Mannschaften in Klagenfurt gegenüber, damals blieb eine starke kämpferische Leistung der Adler unbelohnt. In den drei Derbys dieser Saison setzte sich überhaupt immer der Gastgeber durch. Verteidiger Jeremie Blain, der in seinen ersten beiden Derbys jeweils traf, hätte nichts gegen eine Fortsetzung dieser Serie: „Die Stimmung bei diesen Spielen ist die beste überhaupt, ich freue mich schon auf eine tolle Atmosphäre in der Halle und hoffentlich einen Heimsieg“. Doch ausgerechnet jetzt kommt der im Höhenflug befindliche Lokalrivale aus Klagenfurt. Denn der EC-KAC gewann seine letzten zehn Spiele in Folge, bezwang Dornbirn erst am Montag nach einer Aufholjagd in der Verlängerung. „Nach dem zweiten Gegentreffer haben wir viel Moral gezeigt, davor ist aber nur wenig so gelaufen, wie wir es wollten. Wenn wir ins Marschieren kommen, können wir gefährlich sein, das hat man am Ende wieder gesehen,“ hofft Coach Mike Pellegrims auf einen früheren Impuls im Derby, dem ersten von drei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen. Die „Rotjacken“ stellen die drittbeste Abwehr, haben aber auch in der Offensive Durchschlagskraft: Mit 20 Treffern ist Jamie Lundmark ligaweit der zweitbeste Torschütze. Sky überträgt den Klassiker aus Kärnten live.

Zweiter gegen Erster bei Linz gegen Wien
Als erstes Team der Liga haben die UPC Vienna Capitals die Top 6 bereits am Montag fixieren können und stehen frühzeitig als Playoff-Teilnehmer fest. Ein Ziel, das die LIWEST Black Wings noch erreichen wollen und dem die Mannschaft von Rob Daum am Wochenende wieder einen Schritt näher gekommen ist. Nach drei Siegen in Folge konnten die Linzer den zweiten Tabellenplatz zurück erobern und sind somit erster Verfolger der Wiener. „Es ist ein Aufwärtstrend sichtbar, aber jetzt werden wir am Mittwoch den ultimativen Test mit den Vienna Capitals erleben“, ist Verteidiger Robert Lukas schon gespannt, wie man sich gegen den Leader schlagen kann. „Wien ist zurzeit die beste Mannschaft der Liga. Wenn wir da nicht unser bestes Eishockey spielen, dann werden wir wahrscheinlich nicht gewinnen.“ Die bisherigen drei Saisonspielen hätten enger nicht verlaufen können. Zwei gingen bis in die Verlängerung, alle drei wurden durch nur ein Tor Unterschied entschieden - im Head-to-Head steht es 2 zu 1 für die Caps. Die Vienna Capitals konnten ihre letzten sechs Spiele gewinnen und haben im Dezember lediglich zwei Mal verloren. „Ich glaube die Ausgangslage sagt schon alles. Es wird ein richtiges Spitzenspiel. Ich rechne mit einem Duell mit Playoff-Charakter. Wir haben die Playoffs schon frühzeitig fixiert, Linz will uns sicher ein Bein stellen und nachziehen“, geht Head-Coach Serge Aubin von einem harten Abend in der Stahlstadt aus. Es ist auch das Aufeinandertreffen der besten Offensive (LIWEST Black Wings, 136 erzielte Tore) gegen die beste Defensive (Vienna Capitals, 79 zugelassene Treffer).

Bozen bittet Innsbruck zum Derby
Der HCB Südtirol Alperia kam der fixen Playoff-Teilnahme mit dem vierten Saisonsieg gegen den VSV einen großen Schritt näher. „Es war ein sehr hartes und schwieriges Spiel. Durch unnötige Strafen hat der VSV im zweiten Drittel viel Druck aufgebaut, wir sind in der Defensive aber sehr kompakt gestanden“, fasst Coach Tom Pokel zusammen. Nun kehren die Füchse für drei aufeinanderfolgende Spiele in die Eiswelle zurück. Schon am Mittwoch steigt das Tiroler Derby gegen Innsbruck, das zwei von drei Saisonduellen auch gewann. Darunter war auch der denkwürdige 8:7-Heimerfolg der Haie zu Saisonbeginn. Erst gestern schrieben die Tiroler wieder Geschichte: Am Stefanitag endete mit dem 5:1-Erfolg in Salzburg eine acht Jahre lange Durstrecke im Volksgarten. Nach den sechs Niederlagen in Folge meldeten sich die Tiroler mit zwei Siegen rund um Weihnachten eindrucksvoll zurück. „Wir haben es selbst in der Hand. Der Sieg in Salzburg war da natürlich ganz, ganz wichtig. Es sind noch neun Spiele. Jetzt müssen wir dranbleiben. Die Spiele gegen Bozen sind naturgemäß immer heiß und brisant. Doch wir haben die Foxes bereits zweimal geschlagen, warum also nicht noch ein drittes Mal?“, zeigt sich Coach Rob Pallin selbstbewusst.

Graz will Top-6 noch einmal attackieren
Die Moser Medical Graz99ers feierten am Montag den dritten Sieg im fünften Spiel unter Neo-Coach Doug Mason. Nachdem erst in den Schlusssekunden der Ausgleich gelang, gewannen die Steirer die Partie in Znojmo nach Verlängerung. Der Rückstand auf die Top-6 beträgt aber noch immer 13 Zähler, wobei zumindest die Defensive mit nur 97 Gegentoren (viertbester Wert) reif für die Playoffs wäre. Am Mittwoch gastiert bereits Tabellennachbar Dornbirn im Merkur Eisstadion. Die Bulldogs gaben gestern eine 2:0-Führung in Klagenfurt aus der Hand und kassierten schlussendlich eine Overtime-Niederlage. Nach drei verlorenen Spielen wollen die Vorarlberger in Graz wieder in die Erfolgsspur finden, von drei Saisonduellen konnten sie aber erst eines gewinnen. „Ich erwarte mir eine sehr harte Partie, weil Graz eisläuferisch sehr stark ist. Sie haben in den letzten Wochen auch einige Spiele verloren und wollen sicher noch in die Top 6 kommen. Ich freue mich sehr auf meine alte Wirkungsstätte, die neue Halle ist toll und es herrscht immer eine super Stimmung“, so Corin Konradsheim, der letzte Saison bei den 99ers verbracht hat.

Znojmo braucht dringend Punkte vom Tivoli

HDD Olimpija Ljubljana war am Montag in Wien chancenlos und erlitt eine 0:5-Pleite. Es war bereits die elfte Niederlage in Folge für das Schlusslicht. Im letzten Heimspiel des Jahres kommt mit Znojmo ein Gegner, dem die Drachen in dieser Saison schon einige Sorgen bereiteten. Alle drei bisherigen Partien endeten mit nur einem Tor Unterschied, die Slowenen verbuchten dabei vier Zähler. „Es wird wieder ein schweres Spiel, uns fehlen wieder einige wichtige Spieler. Wir müssen aber zuversichtlich in das Spiel gehen und darauf hoffen, dass es diesmal wieder für uns läuft“, verweist Goalie Jeff Frazee auch auf die Verletztenliste. Kristof Potocnik, Raphael Bussieres, Maks Selan, Aljaz Uduc und Miha Zajc fallen sicher aus. Die Tschechen verließen am Montag das Eis mit hängenden Köpfen, kassierten sich doch gegen Graz drei Sekunden vor Schluss den Ausgleich und mussten sich dann auch in der Verlängerung geschlagen geben. Damit ließen die Adler wieder wichtige Punkte im Playoff-Kampf liegen. „Wir haben im dritten Drittel taktisch sehr gut agiert, doch Graz hat nie aufgegeben“, berichtet Co-Trainer Jiri Zurek. Aktuell liegt Znojmo sechs Zähler hinter Rang sechs, die Tschechen sind aber das fünftbeste Auswärtsteam der Liga.

Erste Bank Eishockey Liga, 36. Runde:
Mi, 28.12.2016: EHC Liwest Black Wings Linz - UPC Vienna Capitals (19:15 Uhr)
Schiedsrichter: KINCSES, M. NIKOLIC, Nemeth, Seewald

Mi, 28.12.2016: HDD Olimpija Ljubljana - HC Orli Znojmo (19:15 Uhr)
Schiedsrichter: BULOVEC, TRILAR, Kaspar, Kontschieder

Mi, 28.12.2016: Moser Medical Graz99ers - Dornbirner Eishockey Club (19:15 Uhr)
Schiedsrichter: GRUBER, SIEGEL, Gatol, Verworner

Mi, 28.12.2016: EC VSV - EC-KAC (19:30 Uhr, Sky live)
Schiedsrichter: KELLNER, PIRAGIC, Rakovic, Zgonc

Mi, 28.12.2016: HCB Südtirol Alperia - HC TWK Innsbruck 'Die Haie' (19:45 Uhr)
Schiedsrichter: STERNAT, STOLC, Pardatscher, Schauer

Mi, 28.12.2016: Fehervar AV 19 - EC Red Bull Salzburg (20:00 Uhr, M4 live)
Schiedsrichter: BABIC, SMETANA, Nagy, Soos